bigload print is dead
eigentlich ist die Entscheidung schon vor ein paar Wochen gefallen, dennoch verlautbaren wir es erst jetzt offiziell.
Big Load im Printformat gibt es nicht mehr. Weg. Pfutsch. Aus und Vorbei. Die Frage nach dem Warum bräuchten wir eigentlich gar nicht breit treten, weil es ja ohnehin auf der Hand liegt: keine Kohle (mehr). Ich mache es dennoch, weil das „keine Kohle mehr“-Argument doch mehr Aspekte und Facetten hat, als es im ersten Augenblick scheint und unaufhaltsam zur Frage führt, warum man eigentlich ein Heft (in dieser Zeit) macht. Also wie war das? Ein Heft wie Big Load zu machen, ist nichts Neues, nichts Innovatives, sondern wird (nona) aus dem Fantum heraus geboren. Aber leider genügt dass nicht, wie ich feststellen musste und ich eigentlich vom Start an wusste. Eine Menge Arbeit, viel Zeit, viel Stress, viel Diskurserei, viel Rumkommandiererei. Vor allem wenn da der Anspruch mitläuft, dass es kein Fanzine werden soll, sondern eben ein Magazin, mit einer guten Auflage, mit einem effektiven Verbreitungsgrad und professionellem Layout. Ein Magazin sollte es werden, halbwegs semi-professionell produziert. Nur allein das macht Sinn, dachte ich, denn die Wahrnehmungsschwelle eines österreichsichen Fanzines, das ohnehin nur ein Wiener Fanzine sein kann, ist so gering, dass man ohnehin nur für die bereits Bekehrten schreibt. Ist auch gut, aber Big Load sollte ja alle zu Fans machen. Und ausserdem war die Mißgunst gegenüber den anderen österreichischen Musikheftln so gross, dass etwas gemacht werden musste.
Das hat leider nicht funktioniert. Und wie ich mir eingestehen musste, hängt es vor allem am Format, das wiederum an einen Markt gekoppelt ist, der einfach anders funktioniert, als Online, wo sozusagen die Werkeln schon so geschmiert laufen, dass es absolut keine Chance gibt, dem irgendwie zu entkommen. Das musste ich immer wieder bei der Anzeigenkeilerei merken. Kaum hatten wir die zweite Ausgabe draussen, kamen schon die ersten Mails mit den berüchtigten Tauschgeschäften. Da sagt man dann zähneknirschend ja (es geht ja um Kohle!) und versucht sich doch inhaltlich irgendwie treu zu bleiben. Dann bemerkt man, dass es doch einen Ausweg gäbe, aus der Misere zu kommen: inhaltlich breiter zu werden. Mehr musikalische Felder zu beackern bedeutet wieder mehr Möglichkeiten Anzeigen zu bekommen und letzten Endes bessere Voraussetzungen, mit einem professionellen Vertrieb zu arbeiten. Dies alles war im Grunde genommen mehrheiftsfähig, nur wirklich zufrieden war damit keiner. Dies äußerte sich dann in unbeschreiblich schlechten, unambitionierten Artikeln, die ich allesamt selbst verbrechen habe. Schlußendlich merkt man, dass man das Heft eigentlich nur mehr am Leben hält, um des Hefts willen, sondern nicht mehr, weil einem viel daran liegt, ganz zu schweigen von dem ominösen, missionarischen Eifer, der ganz am Start eine gewichtige Rolle spielte. Das sind die restlichen Aspekte, von denen ich im ersten Absatz gesprochen habe. Die anderen Dinge, wie keine Kohle, enormer Zeitaufwand kennen wahrscheinlich alle gut genug, die Platten bespielen oder diese dann veröffentlichen.
Alles in allem haben wir dann beschlossen, dass wir es lieber bleiben lassen, also Big Load im Printformat. Sich den „ökonomischen Zwängen“ auszusetzen, war schlicht und einfach mit dem Anspruch, der von (fast gänzlich) Online in die reale Welt übertragen wurde und da hiess: „Wir schreiben halt nur über wen, wann und wie viel wir wollen und das alles noch mit dem Ziel, ein Magazin zu machen“, nicht vereinbar. Zum Glück, denn jetzt können wir wieder online ohne viel Kopfzerbrechen unsere Schreibereien verbrechen und das ist auch gut so. Mehr Big Load online kommt in den nächsten Monaten, will heissen, dass Big Load wieder ein Online-Magazin (bzw. Fanzine
) werden wird. Und bevor ich es vergesse: vielen Dank an die Leute, die Big Load Print unterstützt haben, allen voran Konstantin D. von Trost Records, Andreas von Southern Records, Andi von Fettkakao, Bernhard von Siluh, Richie von der Stadtwerkstatt, Ilias von Seayou und natürlich an die Schreiber, allen voran Teo, Clemens, Sado, Markus, Marko, Duffy, Cracked, etc.. die auch zum Großteil in Zukunft dabei sein werden.
Achja, ganz wichtig noch: es gibt einen quasi Nachfolger des Print Big Loads. „Rockos Adventures“ wird das Ding heissen und in naher Zukunft wird die erste Nummer erhältlich sein. Mehr dazu aber, wenn es dann wirklich so weit ist.
Über Beschwerden, Kritik, Anregungen, etc.. freuen wir uns natürlich immer. Die Abonnenten, die in grosser Vorfreude auf die nächste Ausgabe warten, bekommen natürlich die restliche Kohle zurück. Wer noch keine Abo-Kohle bekommen hat, bitte unter office@bigkult.com melden.
Und ja, schön wird’s werden, das neue Big Load Online-Dings.
Vielen Dank
Peter